Fachinformationen über Holzschädlinge

Holzschädliche - Insekten

Nach der Art der Holzzerstörung können Trockenholzinsekten und Feuchtholzinsekten unterschieden werden. Die Trockenholzinsekten kommen vorwiegend in Gebäuden vor und können eine weitgehende Minderung der Holzfestigkeit von trockenem Bauholz im Einbauzustand verursachen. Die wichtigsten im Bauholz vorkommenden Trockenholzinsekten sind der Hausbockkäfer und der Gewöhnliche oder Gemeine Nagekäfer und Splintholzkäferarten.

An Bauholz ohne chemischen Holzschutz können sich Schäden durch holzzerstörende Trockenholzinsekten weitgehend ungehindert entwickeln. Aufgrund des nicht zu unterbindenden Insektenfluges sind bei den vorhandenen günstigen Entwicklungsbedingungen mit verwertbarer Holzsubstanz ausreichender Holzfeuchte und normalen Temperaturen, Schäden durch Trockenholzinsekten nicht zu vermeiden.
Die optimale Larvenentwicklung der Trockenholzinsekten in pilzbefallenem Holz setzt mäßige Wärme, aber höhere Feuchtigkeit voraus. Die Entwicklungsdauer liegt in Abhängigkeit von Klima und Nahrung zwischen 1 und 7 Jahren. In Fachwerkbalken mit regelmäßigen Feuchtebelastungen können sich erhebliche Schäden entwickeln.

Einige Arten der Feuchtholzinsekten entwickeln sich vorzugsweise in pilzbefallenem Holz (auch wenn es nach dem Pilzbefall getrocknet ist) und können davon ausgehend auch weiteres gesundes Holz schädigen. Zu den Feuchtholzinsekten, die häufig in Gebäuden vorkommen, gehören Trotzkopf und Gescheckter und Bunter Nagekäfer. Ihr Vorkommen ist immer als Merkmal für weitere – unter Umständen auch verdeckte Pilzschäden zu werten. Diese Insektenschäden können zur Verstärkung eines Pilzbefalls beitragen. Bei der Bekämpfung der Pilzschäden werden diesen Feuchtholzinsekten die essentiellen Entwicklungsbedingungen entzogen. Mit der fachgerechten Sanierung aller Pilzschäden und dem Einsatz eines kombinierten Holzschutzmittels kann der Pilz- und Insektenbefall unkompliziert gelöst werden.

Der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum)

Unabhängig vom Alter des Holzes befällt dieses Insekt nahezu alle Holzarten vorwiegend das innen liegende Kernholz. Sein Vorkommen ist erkennbar an seinen kreisrunden, 1 bis 2 mm großen Ausfluglöchern. Die Larven sind ca. 6 mm lang und nagen – je nach Holzart, Holzfeuchte und Umgebungstemperatur 4 bis 8 Jahre bis zur Schlupfreife. Die fertigen Käfer sind 3,5 bis 4,5 mm lang und dunkelbraun gefärbt. Typische Hinweise für einen Befall sind: Kotpillen, Ausfluglöcher, Larven und Bohrmehl.

Der Hausbock (Hylutrupes bajulus)

Der Befall zeigt sich an den ovalen ca. 4 x 7 mm großen Ausfluglöchern, die sich ausnahmslos nur in den weichen äußeren Splintholzschichten der Hölzer finden. Der Hausbock befällt Nadelholz besonders jenes auf der warmen Südseite und im oberen Bereich der Häuser. Die bis zu 30 mm langen Larven leben bis zum Ausschlüpfen durchschnittlich 2 bis 4 Jahre im Holz und zerlegen in dieser Zeit das Splintholz bis auf eine papierdünne Oberfläche zu Mehl. Auf Dachböden mit aktivem Befall können in ruhiger Umgebung Nagegeräusche deutlich wahrgenommen werden.
Die geschlüpften Käfer sind 15 bis 30 mm lang, braun/schwärzlich gefärbt und an den für alle Bockkäferarten langen Fühlern zu erkennen.
Nach allgemeiner Auffassung wird Nadelholz, das bereits 50 bis 70 Jahre verbaut war, nicht mehr vom Hausbock befallen. In solchen Dachstühlen handelt es sich dann (fast) immer um einen sogenannnten erloschenen Befall.

Der gescheckte Nagekäfer (Xestibium rufovilosum) und der Trotzkopf (Coelostethus pertinax)

Diese beiden sollen zusammen genannt werden, weil sie am Schadbild für den Laien nicht zu unterschieden sind und beide vornehmlich in Holz zu finden sind, das bereits durch Pilze befallen und quasi durch Braunfäule vorgeschädigt wurde. Zu sehen sind kreisrunde, ca. 3 mm große Löcher, die Frassgänge gehen quer durch den gesamten Holzquerschnitt. Sie unterscheiden sich lediglich in der Kotpillenform: beim Gescheckten Nagekäfer sind diese linsenförmig, beim Trotzkopf hingegen trogförmig. Die Käfer des gewöhnlichen Nagekäfers sind mit 2 bis 3 mm etwas kleiner als der Trotzkopf mit 4 bis 6 mm, dagegen sind dessen Larven mit bis zu 10 mm diesem ebenbürtig. Eine Bekämpfung erübrigt sich meist, denn herkömmliche Holzschutzmittel wirken unzureichend. Das pilzgeschädigte Holz muss ausgebaut werden.

Der Braune Splinztholzkäfer (Lyctus bruneus)

Dieser Käfer ist ein echter Ausländer, der in Deutschland ursprünglich nicht beheimatet war und erst durch den Import von Laubhölzern in den verschiedensten Varianten sich lokal ausgebreitet hat. Er ist in der Lage eine große zerstörerische Arbeit zu vollführen und ist bei Holzhändlern u.a. gefürchtet, da er Holz aller Arten von Tropenholz bis Eiche befällt und Parkett, Bilderrahmen, Furnierhölzer und Möbel schädigt. Die Larven des 2,5 – 8 mm großen Käfers entwickeln sich im Gegensatz zu den anderen Arten in 5 – 18 Monaten relativ rasch so das sich ein kleiner Befall aus einem Bilderrahmen o.a. schnell über die ganze Wohnung ausbreiten kann. Aus diesem Grunde sind Bekämpfungsmaßnahmen nach einem erkannten befall auch schnell zu realisieren.

Holzschädlinge - Pilze

Diese treten bei zeitweiligen oder ständigen Holzfeuchten über 30% auf. Sie entwickeln sich aus Sporen oder durch vegetatives Wachstum von Myzel in und auf Holz. Nach der Art des Holzabbaus unterscheidet man Braunfäule, Weißfäule und Holzverfärbungen (Bläue).
Braunfäule ist ein Sammelbegriff für die wichtigsten Fäulearten des Pilzbefalls. Fast alle gefährlichen Schadenserreger an Bauholz sind Braunfäulepilze wie etwa der Braune Kellerschwamm, der Weiße Porenschwamm, Blättlinge oder der Muschelkrempling. Diese können mit gleichartigen Verfahren und Holzschutzmitteln bekämpft werden. Bei der Braunfäule führt der Abbau der Zellulose im Holz schon nach kurzer Befallszeit zu Strukturverlust, Minderung der Holzfestigkeit und zu Volumenschwund. Charakteristische Längs- und Querrisse und schließlich Zerfall in würfelförmige Bruchstücke sind die Folge. Im Endstadium der Zersetzung lassen sich die Holzstücke zu einem braunen, humusartigen Pulver zerdrücken, das vorwiegend aus wenig zersetztem Lignin besteht.
Der Echte Hausschwamm verursacht ebenfalls eine Braunfäule mit ähnlichem Schadbild, erfordert aber aufgrund bestimmter Besonderheiten der Wachstumsbedingungen, Ausbreitung und Bekämpfung eine spezielle Beachtung und Holzschutzbehandlung.
Mit dem sichtbaren Schadensbild der Braunfäule ist noch keine eindeutige Feststellung der Art des Schwammschadens möglich. Erst wenn auch charakteristisches Pilzmyzel und/oder Fruchtkörper der holzzerstörenden Pilze vorhanden sind, kann nach den äußeren makroskopischen Schadensmerkmalen der tatsächlich vorhandene Schadenserreger bestimmt werden. Ohne Myzel und Fruchtkörper muss eine mikroskopische Pilzanalyse am Braunfäuleschaden zur Bestimmung der Pilzart vorgenommen werden.

Der Echte Hausschwamm

Er ist seit einigen tausend Jahren Wegbegleiter des Menschen und seiner Häuser. Der fälschlicherweise als Mauerschwamm bezeichnete Pilz, heißt nach lateinischer Übersetzung „die tränende Schlange“. Er kann nämlich überflüssiges Wasser als Tropfen über Myzel und Fruchtkörper ausscheiden. Seine versteckte Lebensweise unter Dielen, Paneelen, Fliesen, sein geringerer Feuchtigkeitsanspruch und sein meterlanges Durchwachsen von Fugen, rissigen Ziegeln im Mauerwerk und unter dem Putz machen ihn zu einem unerwünschten Mitbewohner. Durch die Spornbildung zerstört der Echte Hausschwamm in Kürze das befallene Holz. Die Sanierung des Gebäudes gestaltet sich dann meist als äußerst umfangreichreich. Dies gilt auch für die nahen Verwandten wie den Kleinen, den Gelbrandigen, den Wilden und den Balkenbewohnenden Hausschwamm. Aussagen über das Alter eines Befalls können nicht getätigt werden.
Die Sanierung sollte nach sachkundiger Voruntersuchung nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, um Sanierungsschäden mit folgenden Mehrkosten zu vermeiden.

Brauner Keller- oder Warzenschwamm

Dieser Pilz bevorzugt feuchtes Holz mit einer Holzfeuchte von ca. 60 % und bildet in der Regel schwarze, am Untergrund fest anhaftende Myzele. Damit ist er in der Lage bei andauernder Feuchtigkeit das Holz binnen kurzer Frist völlig zu zerstören. Fruchtkörper sind bei ihm selten zu sehen und meist nur als dünne Häute an der Oberfläche anhaftend. Bei Feuchteentzug stirbt der Pilz relativ schnell ab.

Weißer Porenschwamm

Dieser auffallend weiße eisblumenartige Myzele bildende Pilz liegt mit seinem Feuchtigkeitsanspruch zwischen Haus- und Kellerschwamm. Seine Zerstörungskraft steht diesen beiden in keinem nach. Der Weiße Porenschwamm, der überall im Haus anzutreffen ist, bildet oft dicke polsterartige Fruchtkörper. Das Mauerwerk kann er nur durchwachsen, wenn dies locker und mit Hohlstellen versehen ist. Bei Feuchteentzug stirbt dieser erst nach einigen Monaten ab, was sich uns in Form eines weißen Belages auf dem Holz präsentiert.

Blättlinge

Blättlinge, wie der Zaun- und Tannenblättling, haben ein ausgesprochen hohes Feuchtebedürfnis und befinden sich meist im Freien an Zäunen, Masten, an Schwellen und Fensterrahmen. Ihre typischen Fruchtkörper enttarnen sie – dann ist es aber meist zu spät. Da sie eine sogenannte Innenfäule verursachen, ist das befallene Holz meist im Inneren schon völlig zerstört und nur noch zu ersetzen.
Der Große Rindenpilz, der Schmetterlingsporling, der Spaltblättling, der Sägeblättling, der Eichenporling oder Ausgebreiteter Hausporling, der Muschelkrempling und nicht zuletzt die Schimmelpilze sind weitere im und am Haus vorkommende Pilze.

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