Fachinformationen über Holzschäden

Holzschäden - Insekten

Biologie

Deren Lebenszyklus beginnt immer bei der Eiablage eines befruchteten Käferweibchens auf das Holz (in Risse und Spalten), dem Ausschlüpfen der Larven und deren Einbohren in das Holz. Dort fressen die Larven – als eigentliche Holzschädlinge – je nach Art und äußeren Einflüssen 2 bis mehrere Jahre und entfalten ihre zerstörerische Tätigkeit. Am Ende erfolgt das Verpuppen der Larve unter der Holzoberfläche, das Durchstoßen der letzten dünnen Schicht und der Flug in`s Freie auf Suche nach einem Partner. Damit ist auch erklärt, das ein sichtbares Loch ein Ausflugloch und nicht eine Eindringstelle in das Holz ist. Je nach Art – als häufigste Vertreter der Hausbock (nicht zu verwechseln mit dem Holzbock der im Wald lebt und Tier und Menschen befällt), der Gewöhnliche Nagekäfer (volkstümlich Holzwurm), der Bunte oder Gescheckte Nagekäfer (wegen seiner ihm eigenen Klopfgeräusche auch Totenuhr genannt), der Splintholzkäfer und der Trotzkopf – werden die unterschiedlichen Holzarten separat oder auch gemeinsam befallen.

Schäden / Schadensbilder / Auswirkung

Wenn die den verschiedenen Arten eigenen Ausfluglöcher zu sehen sind, hat der eigentliche Schaden – die Zerstörung der Holzstruktur – bereits begonnen. Dies geht bei fehlender Erkenntnis oder unterlassenen Bekämpfungsmaßnahmen bis zur völligen Zerstörung der äußeren Splintholzschicht des Balkens bzw. auch über den gesamten Querschnitt des Holzes inkl. des harten Kernholzes.

Da dies oft im Verborgenen geschieht, wird der Schaden erst bei Sanierungen bzw. beim endgültigen statischen Verlust der Hölzer bemerkt. Der Sachkundige erkennt nicht nur die verschiedenen Arten der Insektenlarven sondern ermittelt auch wie stark die Zerstörung fortgeschritten ist und ob der Befall noch aktiv ist oder aber längst erloschen.

Damit können Entscheidungen zur Notwendigkeit einer Bekämpfungsmaßnahme abgeleitet werden. So sind z.B. bestimmte Arten an Holz gebunden, das durch holzzerstörende Pilze bereits befallen und vorgeschädigt ist und lassen Rückschlüsse auf weitere Schädlinge zu.

Holzschäden-Pilze

Biologie

Die Entwicklung geht von der Spore über das Myzel bis zum Fruchtkörper und setzt immer eine verwertbare Substanz (Holz o.a.) und Feuchtigkeit voraus.

Die häufigsten Pilze im Haus sind der Hausschwamm (mehrere Arten), der Braune Keller- oder Warzenschwamm, versch. Porenschwämme, Blättlinge (mehrere Arten), der Rindenpilz, Porlinge (mehrere Arten) die sich u.a. durch ihren Anspruch an die Feuchtigkeit des Holzes und Ihre zerstörende Wirkung unterscheiden.

Eine exakte Bestimmung kann nur makroskopisch anhand von Myzelen, Fruchtkörpern und Schadensbildern oder mikroskopisch bei wenig sichtbaren Befallsbildern erfolgen, um Schäden, Ursachen, Aufwendungen, Auswirkungen, Kosten… erkennen und festlegen zu können.

Schäden / Schadensbilder

Holz besteht im wesentlichen aus zwei Bestandteilen, der Zellulose als Gerüstsubstanz der Zellwand (helle weiße Grundfarbe) und dem Lignin als Versteifung der Zellwand (dunkle braune Grundfarbe), entfernt vergleichbar mit dem Aufbau eines Gebäudes aus Stahlbeton (Zellulose = Stahlskelett, Lignin = Beton). Die Pilze bauen je nach Art überwiegend nur einen dieser Stoffe ab, daher kommen als Schadensbild vor: die Braunfäule (wenn die Zellulose abgebaut wird) verbunden mit dem Würfelbruch, da die Holzreste mit dem starren Lignin würfelig quer zur Faser brechen, oder die Weißfäule (wenn überwiegend Lignin abgebaut ist) und das Holz faserig aufreißt.

Darüber hinaus sind noch weitere Fäulnisarten (Moderfäule, Weißlochfäule) zu unterscheiden um deren Ursachen zu erkennen bzw. es sind auch falsche Bezeichnungen (Rotfäule, Blaufäule, Trockenfäule, Nassfäule) zu erklären.

Schadensauswirkung

Allen Holzfäulen ist gemeinsam, dass das geschädigte Holz in seiner Festigkeit und Stabilität geschädigt wird und im Endstadium als Totalschaden gewertet werden muss.

Damit ist u.U. eine Gefahr nicht nur für Hab` und Gut`, sondern vor allem für Leib` und Leben verbunden.

Auch wenn die sog. Meldepflicht bei Befall mit Echtem Hausschwamm seit 1994 (leider so wie wir finden) nicht mehr in der Landesbauordnung M-V enthalten ist, so können solche Schäden (und die durch Insekten) immer noch als Verstoß gegen § 3 (1) – Abwendung von Gefahr – dieser LBauO gewertet werden (baurechtswidriger Zustand).

Da ein Befall mit holzzerstörenden Pilzen vor Eigentumsgrenzen nicht Halt macht, ist die Beantwortung nach Fragen der Wuchsrichtung (Herkunft?), der Sanierungsgrenzen (Einbeziehung des Nachbarhauses oder Sanierungspflicht des Nachbarn?), des Alters und der Vitalität des Pilzes oder auch eines eventuell merkantilen Minderwertes eine Sachverständigentätigkeit mit oft weitgehenden Rechtsfolgen.

Die eindeutige Bestimmung des vorhandenen Pilzes ist von grundlegender Bedeutung, inkl. der Frage ob es sich um den Echten Hausschwamm handelt oder nicht. Dies hat seine Ursache darin, dass dieser Pilz unter den im Haus vorkommenden Pilzen besondere Eigenschaften aufweist und der gefährlichste Holzzerstörer ist. Dazu weitere Erläuterungen.

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